Fotografie Lexikon

Bidirektional

Kommunikation in zwei Richtungen, also von der Fernbedienung zum Blitzgerät und von dort auch zurück zur Fernbedienung. Als Beispiel: egal ob die Blitzleistung an der Fernbedienung oder am Blitzgerät geändert wird, ist sie auch am jeweils am anderen Display sichtbar.

 

Belichtungszeit

Unter der Belichtungszeit (oder Belichtungsdauer, englisch exposure time) versteht man die Zeitspanne, in der ein photosensibles Medium (z. B. Film bei herkömmlichen Kameras, CMOS- oder CCD-Sensor bei Digitalkameras) zur Aufzeichnung eines Bildes dem Licht ausgesetzt wird. Bei der Fotografie wird die Belichtungsdauer (bzw. Belichtungszeit) oft als „1/15 s“, „1/30 s“ (s für Sekunde) angegeben. Zusammen mit der Blendenöffnung bestimmt die Belichtungszeit die auf das Medium einfallende Lichtmenge (englisch Exposure value, EV). Eine korrekte Belichtung des Mediums ist abhängig von der Helligkeit des Motivs, der einfallenden Lichtmenge und der Empfindlichkeit des Mediums (ISO-, ASA- oder DIN-Zahl). Bei gegebener Motivhelligkeit und Empfindlichkeit des Mediums führt nur eine bestimmte Lichtmenge zu einer richtigen Belichtung. Eine zu kurze Belichtungszeit führt zu unterbelichteten, eine zu lange Belichtungszeit zu überbelichteten Bildern.
 
Die Belichtungszeit wird als zu steuernde Verschlusszeit an der Kamera eingestellt oder auf andere geeignete Weise gebildet (insbesondere wenn die benötigte Belichtungszeit außerhalb des von der Kamera gesteuerten Verschlusszeitenbereichs liegt). Die notwendige Belichtungszeit wird mit zunehmendem Lichteinfall (Helligkeit) sowie zunehmender Lichtempfindlichkeit des Bildaufnehmers (ISO-Zahl - je höher, umso lichtempfindlicher) kürzer. Ermittelt wird die richtige Belichtungszeit mit einem (meist in die Kamera integrierten) Belichtungsmesser.
 
Die Belichtungszeit kann je nach eingesetzter Technik von Bruchteilen einer Sekunde bis hin zu Stunden reichen. Bei extrem kurzen Zeiten (unter ca. 1/5000 s) wird von Kurzzeitfotografie gesprochen, bei Zeiten über ca. 5 s von Langzeitbelichtung (insbesondere bei Nachtaufnahmen, mikroskopischen Aufnahmen, Astrofotographie). Speziell bei Aufnahmen auf Film ist für sehr kurze Belichtungszeiten der Kurzzeiteffekt, für sehr lange dagegen der Schwarzschildeffekt zu beachten.
 
Zu lange Belichtungszeiten können zu unscharfen („verwackelten“) Bildern führen. Die für ein ausreichend scharfes Ergebnis nötige Belichtungszeit kann durch verschiedene Maßnahmen verlängert werden: Einsatz eines Stativs, kürzere Brennweite des Objektivs, Bildstabilisierung oder geringere Auflösung des Bildes. Je länger die Brennweite des Objektives ist, desto kleiner der abgebildete Bildwinkel und desto größer der Einfluss einer Winkeländerung der Kamera innerhalb der Belichtungszeit.
 
Bei Kameras mit Kleinbildfilm gilt für Freihandaufnahmen als Faustregel, dass die Belichtungszeit nicht länger als der Kehrwert der Brennweite sein sollte. Bei einem 50-mm-Objektiv an der Kleinbildkamera sollte die Belichtungszeit also ca. 1/50 s (einstellbar ist üblicherweise 1/30 oder 1/60 Sekunde), bei einem 500-mm-Objektiv ca. 1/500 s nicht überschreiten. Für Kameras mit kleineren Sensoren lautet die Faustregel, dass die Belichtungszeit aus freier Hand nicht länger als der Kehrwert der [Brennweite] × [Cropfaktor] sein sollte, bei 50 mm und Crop-Faktor 1,5 also 1/75 s. Nach der Verschlusszeitreihe kann der Fotograf zwischen 1/60 und 1/125 Sekunde wählen, womit 1/125 als sicherer Wert gilt.
 
Neben der Blende ist die Belichtungszeit das wichtigste Mittel zur Gestaltung fotografischer Werke. Sie bestimmt, ob der Propeller eines Flugzeugs als verschwommener Kreis (längere Belichtungszeit) oder als scheinbar stehender Propeller (kurze Belichtungszeit) abgebildet wird (siehe auch Bewegungsunschärfe). Umgekehrt erzwingen gewünschte Blenden (insbesondere zur Erzeugung bestimmter Schärfentiefe) im Allgemeinen bestimmte Belichtungszeiten. Ausnahmen können durch Verwendung spezieller Filmempfindlichkeiten oder durch Graufilter erreicht werden.

 

Quelle: Wikipedia

 

Verschlusszeit

Als Verschlusszeit wird die Belichtungszeit bezeichnet, die durch einen Kameraverschluss gebildet wird. Die Steuerung erfolgt entweder rein mechanisch oder elektronisch.

Technik
Die übliche Verschlusszeitenreihe halbiert bei jedem Einstellungsschritt die Zeitdauer, der der fotografische Film oder der Aufnahmesensor bei Digitalkameras dem Lichteinfall ausgesetzt ist. Die Zeitangaben auf dem Verschlusszeiteneinstellrad einer Kamera werden in Reziprokwerten (Nenner des Bruchs) angegeben. Daraus ergibt sich beispielhaft die folgende Zeitenreihe in Sekundenbruchteilen: 1 - 2 - 4 - 8 - 15 - 30 - 60 - 125 - 250 - 500 - 1000 - 2000

Bei jeder Stufe dieser Zeitreihe halbiert sich die Lichtmenge, die den Film belichtet. Kürzere Belichtungszeiten können durch größere Blendenöffnungen (= kleinere Blendenzahl) kompensiert werden, dabei entspricht eine Stufe der Blendenreihe einer Stufe der Zeitreihe. Kameras mit elektronischem Verschluss können im Vergleich zu den klassischen Zeit- und Blendenreihen diverse weitere Belichtungszeiten einsteuern. Neben kürzeren und insbesondere längeren Verschlusszeiten können dabei häufig noch Zwischenstufen in halben oder drittel Blendenstufen manuell eingestellt werden, im Automatikbetrieb sind praktisch stufenlose Einstellungen möglich. Einfach ausgestattete Kameramodelle mit Programmautomatiken zeigen die jeweils elektronisch gewählte Zeit-/ Blendenkombination häufig nicht mehr an.

An alten Kameras bzw. Objektiven mit Zentralverschluss findet sich oft diese Reihe: 1 - 2 - 5 - 10 - 25 - 50 - 100 - 250 - 500. Auch kann die kürzest einstellbare Zeit abweichen und beispielsweise 1/200 s oder auch 1/300 s betragen.

 

Bezeichnungen

Je nach Kamera zeigt das Verschlusszeiteneinstellrad oder die Anzeige für die Verschlusszeit besondere Bezeichnungen:

  • AUTO steht für automatische Belichtung, so dass die Kamera die Belichtung in Abhängigkeit von der Blende steuert. Bei Kameras ohne Verschlusszeiteneinstellrad wird diese Funktion über das Belichtungsprogramm (üblicherweise "P", "A", "S", "M" oder "P", "Av", "Tv", "M") eingestellt.B (Bulb) ermöglicht Langzeitbelichtungen und öffnet den Verschluss so lange, wie der Auslöser betätigt wird. Bei elektronisch gesteuerten Kameras ist diese Einstellung häufig nur im manuellen Betrieb "M" verfügbar (selten auch in Blendenautomatik "S"[1]).
  • T (Time) ermöglicht ähnlich wie "B" Langzeitbelichtungen, dabei wird der Verschluss beim ersten Druck auf den Auslöser geöffnet und erst beim erneuten Druck auf den Auslöser wieder geschlossen. Eine solche Stellung des Zeitenrads wird nur von wenigen älteren Gehäusen angeboten.
  • X oder ein Blitzsymbol (in manchen Kameramenüs auch mit X-Sync bezeichnet) steht für die Blitzsynchronisationszeit. Bei Kameras mit Schlitzverschluss ist dies die kürzeste Belichtungszeit, bei der Film oder Sensor einen Augenblick lang komplett beleuchtet wird. In diesem Augenblick zündet der Blitz (bei TTL-Blitzmessung der Hauptblitz). Bei kürzeren Belichtungszeiten läuft der 2. Verschlussvorhang los und bedeckt bereits wieder Teile des Films/Sensors, obwohl der 1. Verschlussvorhang noch nicht abgelaufen ist und daher Bereiche des Films/Sensors noch nicht belichtet wurden. Übliche Werte für die Blitzsynchronisationszeit sind 1/60 s - 1/300 s je nach Kameramodell, kürzere Werte werden durch mehrfaches Blitzen (Highspeed-Synchronisation) erreicht. Bei einigen wenigen älteren elektronisch gesteuerten Kameramodellen wird nicht automatisch die kürzeste X-Sync-Zeit eingestellt.


Umrechnung Verschlusszeitfaktor und Blendenstufe
Wenn beispielsweise für einen Filter eine Verlängerung der Belichtung um 3 Stufen angegeben ist, dann entspricht dies der Verlängerung um drei Rastungen entweder am Blendenring oder am Verschlusszeiteneinstellrad. Ein Verlängerungsfaktor wird auf die Belichtungszeit angewendet. Zwischen Verlängerungsfaktor und Rastungen besteht folgender Zusammenhang:

 

 

Umrechnung Verschlusszeit Blendenstufe

 

Bildwirkung
Die Wahl der Verschlusszeit hat neben der Einstellung der korrekten Belichtung ebenso wie die Wahl der Blende großen Einfluss auf die Bildwirkung. Mit einer kurzen Verschlusszeit können schnelle Bewegungen "eingefroren" werden, eine relativ lange Belichtungszeit ermöglicht es, Bewegungen durch Verwischen dynamisch darzustellen. Solche Effekte sind nicht mit dem Verwackeln zu verwechseln.

 

Quelle: Wikipedia

 

Blitzmethoden

Unter Blitzmethoden versteht man verschiedene Vorgehensweisen beim Einsatz des Blitzlichtes in der Fotografie. Die Blitzmethoden unterscheiden sich:

  • in der Aufgabe des Blitzes als Haupt-, Aufhell- oder Hilfslicht
  • im Zeitpunkt der Abgabe des Lichtes innerhalb des Belichtungsprozesses oder davor
  • in der Art des Blitzes (ein Impuls oder Stroboskop)
  • in der Abgaberichtung des Lichtes (direkt oder indirekt)
  • in der Bauart und der Position des Blitzes

 

Blitz auf den ersten Verschlussvorhang
Dies ist die älteste Blitzmethode und funktioniert prinzipiell mit jeder Kombination aus Blitzgerät und Fotoapparat, sofern überhaupt eine Möglichkeit zur Blitzsynchronisation vorhanden ist. Der Blitz wird direkt nach dem Öffnen des Verschlusses gezündet. Die Lichtmenge wird entweder von der Kamera oder von einem im Blitzgerät integrierten Sensor gemessen und der Blitz nach ausreichender Belichtung abgeschaltet. Die Technik ist aber auch mit ungeregelten Blitzgeräten einsetzbar. Die Leuchtzeit des Blitzes ist in der Regel wesentlich kürzer als die Offenzeit des Verschlusses. Bei schnell bewegten Motiven und nennenswertem Umgebungslicht entstehen oft unnatürlich wirkende Bewegungsunschärfen, da das vom Blitz scharf umrissene Motiv gewissermaßen am Anfang der Bewegung steht. Ein von links nach rechts bei Nacht fahrendes Auto erscheint also links im Bild, von seinen Scheinwerfern aus führt eine Lichtspur nach rechts ins scheinbare Nichts.

   

Blitz auf den zweiten Verschlussvorhang (Rear-Sync)
Nach dem Öffnen des Verschlusses wird zunächst das vorhandene Licht eingefangen. Der Blitz wird erst kurz vor dem Ende der Belichtungszeit gezündet. Diese Technik ist nur mit abgestimmten Systemblitzen bzw. in die Kamera eingebauten Blitzen zuverlässig einsetzbar, da die Steuerelektronik die maximale Leuchtzeit des Blitzgeräts berücksichtigen muss (siehe dazu: Langzeitsynchronisation). Diese Technik ergibt bei bewegten Motiven meist eine natürlichere Darstellung. In dem zuvor als Beispiel verwendeten Szenario entsteht beim Blitz auf den zweiten Verschlussvorhang eine Scheinwerferspur, die links im Bild beginnt und rechts zusammen mit dem Auto endet.
Vorblitz Als Vorblitz bezeichnet man in der Fotografie jede Zündung eines Blitzgerätes vor einer Bildaufnahme. Ein solcher Vorblitz kann unterschiedliche Aufgaben erfüllen:

  • Reduzierung des Rote-Augen-Effekts (Red-Eye-Reduction): Der Rote-Augen-Effekt entsteht durch die Reflexion des Blitzlichts auf der Netzhaut. Dieser Effekt tritt besonders in dämmeriger und dunkler Umgebung auf, wenn die Pupillen weit geöffnet sind. Ein Vorblitz soll den Rote-Augen-Effekt, verringern. Die sogenannte Rote-Augen-Schaltung beim Blitz feuert nun vor der eigentlichen Aufnahme einen oder dicht hintereinander mehrere sehr kurze Blitze ab, die von der Kamerasteuerung ausgelöst und gesteuert werden. Durch das vorweg gezündete Blitzlicht verengen sich die Pupillen des fotografierten Menschen oder Tieres, und die roten Augen werden wesentlich unauffälliger. Der Einsatz dieser Blitzfunktion kann jedoch zu reflexhaftem Schließen der Augenlider führen. Mit Hilfe der elektronischen Bildbearbeitung lassen sich rote Augen nachträglich durch eine digitale Retusche verändern.
  • AF-Hilfslicht: Der Vorblitz kann auch als Hilfslicht für den Autofokus zur Scharfstellung eines Motivs bei schwierigen Lichtverhältnissen benutzt werden, wenn die Kamera über keine zusätzliche Hilfslampe verfügt oder die Hilfslicht-Messung eines externen Systemblitzgerätes nicht zur Verfügung steht. Hierzu werden während des Fokussiervorgangs relativ schwache stroboskopartige Blitze gezündet, die das Motiv kurz aufhellen. Nachteile dieser Methode sind der relativ hohe Stromverbrauch und die Irritation des Motives und der Zuschauer durch die langen, grellen Stroboskopsalven. Viele moderne Blitzmodelle zum Aufstecken verwenden rotes Hilfslicht, das daher nicht so grell ist. Dabei wird oft ein kreuzartiges Licht verwendet, um dem Autofocus eine Struktur zu bieten.
  • TTL-Vorblitz: Bei modernen Kameras und Blitzgeräten wird im TTL-Messverfahren der Vorblitz zur besseren Abstimmung der Belichtung (Verhältnis zwischen Blitz- und Umgebungslicht) verwendet. Diese Art des Vorblitzes wird so kurz vor dem eigentlichen Blitz ausgelöst, dass er oftmals gar nicht bemerkt wird. In der Porträtfotografie und der Tierfotografie kann es jedoch wie bei der Red Eye Reduction zum unerwünschten reflexartigen Schließen der Augenlider kommen. Dem ist nur durch Abschalten der TTL-Automatik beizukommen, dies ist jedoch nicht bei allen Blitzgeräten und Fotoapparaten möglich. Auch ist bei optischen Servoblitzauslösern von Multiblitzanlagen (siehe Entfesselter Blitz) darauf zu achten, dass der Vorblitz abgestellt wird, da die Blitzanlage sonst auf den Vorblitz zünden würde und auf die eigentliche Aufnahme somit nicht reagiert. Letztere wäre aufgrund der zuvor erfolgten Blitzbelichtungsmessung auch fehlbelichtet, weil im Messwert der ausgelöste Studioblitz mit berücksichtigt wurde.Dieses TTL-Messverfahren mittels Vorblitz wurde mit der Einführung digitaler Kameras notwendig. Bei den bisherigen TTL-Messmethoden wurde das von der matten Filmoberfläche gestreut reflektierte Blitzlicht während der Aufnahme gemessen. Die Sensoren der Digitalkameras besitzen durch die spiegelnde Oberfläche jedoch sehr ungünstige Reflexionseigenschaften, so dass eine Messung je nach Motiv sehr ungenau werden kann. Üblicherweise wird bei der Vorblitzmessung das Blitzlicht von den Dauerlicht-Belichtungsmessern gemessen. Dieses Blitzverfahren wird von den Kameraherstellern jeweils anders benannt, Canon nennt es E-TTL, Nikon i- oder D-TTL, Pentax P-TTL. Eine exotische Variante misst das vom geschlossenen   Verschlussvorhang reflektierte Licht.

 

Langsam-, Aufhell- oder Slow-Blitz
Diese Blitzmethode kann mit der Synchronisation auf den ersten Verschlussvorhang oder auf den zweiten Verschlussvorhang eingesetzt werden. Die Belichtung wird dabei vom gegebenen Umgebungslicht bestimmt, der Blitz dient in der Regel nur als Aufheller und beleuchtet das Hauptmotiv, dadurch werden starke Hell–Dunkelkontraste gemildert, und es kommt zu einer besseren Schattendurchzeichnung bei der Aufnahme. Der Aufhellblitz ist bei einer starken direkten Lichtquelle wie zum Beispiel starkem Sonnenlicht nützlich, da sich dabei starke Schlagschatten zeigen, und bei Gegenlicht verhindert er, dass der Vordergrund zu dunkel wird. Bei grauem und diesigem Wetter fügt er dem Vordergrund das notwendige Licht zu, damit die Farben klarer und reiner erscheinen. Er kann aber auch zum Einfrieren einer Bewegung verwendet werden, um das bei langen Belichtungszeiten auftretende starke Verwischen von bewegten Motiven zu reduzieren oder ganz zu verhindern.Das Blitzgerät wird dabei oft mit reduzierter Leistung bzw. Helligkeit eingesetzt, damit das vorhandene Licht zur Geltung kommt. Einige Blitzgeräte besitzen einen spezielle Aufhellreflektor für diese Aufgabe, der einen Teil des Lichtes des Blitzgerätes umlenkt. Andererseits benötigt man im starken Sonnenlicht unter Umständen einen besonders leistungsstarken Blitz, um überhaupt eine Wirkung zu erzielen. Moderne Automatikkameras erkennen meist selbsttätig die Notwendigkeit der Aufhellung mit Blitzlicht und zünden ein eingeschaltetes Blitzgerät automatisch, das dann typischerweise einen um -1 bis -2 EV (Exposure Value = Lichtwert, Belichtungswert) gegenüber der Allgemeinhelligkeit reduzierten Blitz zündet. Bei manueller Steuerung ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Tages- und Blitzlicht anzustreben. Erste Versuche sollten mit einer Blitzintensität von –1 EV beginnen. Beim Aufhellblitzen ist eine möglichst kurze Blitzsynchronzeit nötig, um bei der Wahl der Blendenzahl nicht eingeschränkt zu sein. Durch eine lange Synchronzeit wird man bei hellen Lichtverhältnissen zum Abblenden gezwungen, was sich wiederum negativ auf die Blitzreichweite auswirkt.

 

Stroboskop-Blitz
Während der Belichtungszeit wird entweder ein Blitz mehrmals gezündet oder ein Stroboskop eingesetzt. Ein bewegtes Objekt wird dadurch in verschiedenen Phasen belichtet. Ist die Umgebung oder der Hintergrund dunkel und nur das Objekt beleuchtet, kann dies auch bildlich festgehalten werden, ähnlich der Methode bei der Kurzzeitsynchronisation. Je nach Frequenz und Geschwindigkeit des Objekts liegen die einzelnen Phasenbilder näher oder weiter auseinander. Diese Methode eignet sich beispielsweise für Bewegungs-, Beschleunigungs- und Verformungsanalysen.

 

Indirekter Blitz
Das Bouncing (korrekt: bounce flash bzw. bouncing flash, also „abprallender“ oder „hüpfender Blitz“) ist ein Begriff aus der Fotografie und meint im Englischen ganz allgemein das indirekte Blitzen etwa gegen die Decke (bzw. eine helle Fläche oder einen Aufhellschirm), was in der Regel zu einer wesentlich gleichmäßigeren und weicheren Ausleuchtung führt und Schlagschatten weitestgehend vermeidet oder zumindest mildert. Zudem werden unerwünschte Reflexionen und Spitzlichter etwa auf Brillengläsern vermieden. Allerdings ist eine gewisse Grundleistungsfähigkeit des Blitzgerätes unbedingte Voraussetzung (hinreichend hohe Leitzahl), da durch den nicht unwesentlich verlängerten Weg des Lichtes und dessen Streuung an der gegebenenfalls recht weit entfernten Reflexionsfläche ein erheblicher Teil der Lichtmenge verlorengehen kann.

 

Bouncer
Statt eine Wand oder Decke anzublitzen, kann man auch Bouncer verwenden. Damit bezeichnet man in der Fotografie einen diffusen (opaken) Steck-Aufsatz für Blitzgeräte. Dieser fächert den Blitz auf, so dass er einen größeren Bereich abdeckt und das Licht weicher wird. Auch winkelig direkt aufs Blitzgerät aufsteckbare oder anklebbare Reflexionsflächen nennt man Bouncer. Dergleichen kann natürlich von einigermaßen geübten Bastlern auch selbst angefertigt werden. Hier und da findet man auch den Begriff Bounceboard (was eigentlich Trampolin heißt), oft zusammenfaltbare und gegebenenfalls getönte (Goldfolie) Aufhellschirme unterschiedlicher Größe (bis hin zu Quadratmetern!), die überwiegend in der Tageslicht-Fotografie oder im Freien eingesetzt werden, um zum Beispiel das Sonnenlicht auf das Motiv - oder Teile davon - zu lenken. Für Geräte ohne neig- und/oder schwenkbaren Blitz gibt es Blitzneiger. Allerdings entfällt hier meist auch die Möglichkeit des automatischen Blitzens, bei dem das Gerät die erforderliche Lichtmenge selbst berechnet (s. Computerblitz). Dies rührt daher, dass die Messzelle in diesem Fall nicht mehr auf das Motiv, sondern in Richtung der Reflexionsfläche weist (also zum Beispiel der Decke) und somit eine drastische Unterbelichtung die Folge wäre.


Kombinationen des direkten und indirekten Blitzens
Einige Elektronenblitzgeräte erlauben direktes und indirektes Blitzen gleichzeitig, da sie neben der schwenkbaren Hauptblitzröhre zusätzlich über einen meist starr eingebauten Aufhellblitz verfügen; durch die Kombination beider Methoden lassen sich auch diffizile Anforderungen an die Ausleuchtung bewältigen. So wird beispielsweise das zentrale Motiv – etwa eine Person im Vordergrund – kontrastreich ausgeleuchtet, während der Hintergrund durch den indirekten Hauptblitz an dessen Helligkeit angepasst wird und nicht, wie häufig auf Amateurfotos zu sehen, im Dunkeln „versackt“. Freilich kann man dies auch durch den Einsatz mehrerer Blitzgeräte bewerkstelligen, wobei sich die Möglichkeiten noch potenzieren: etwa ein kleinerer direkter Blitz, ein indirekter Hauptblitz für die Gesamtausleuchtung der Szene und gegebenenfalls einen Spotblitz zur Hervorhebung eines bestimmten Motivteils, unter Umständen sogar farblich differenziert.


Entfesselter Blitz
Meist werden Blitzlichtgeräte dicht am oder auf dem Fotoapparat befestigt oder sind in die Kamera integriert. Durch die frontale Beleuchtung wirken Motive meist flach und unnatürlich. Darüber hinaus werden nahe Motivteile häufig überbelichtet, entferntere versacken in den Schatten, und es tritt der berüchtigte Rote-Augen-Effekt ein. Vergrößert man den Abstand zwischen Fotoapparat und Blitzgerät, so erreicht man auf einfache Weise eine etwas natürlichere Ausleuchtung. Durch den Einsatz von mehreren Blitzgeräten mit oder ohne zusätzliche Reflektoren ist der Aufwand beliebig steigerbar, sind aber auch perfekte Ergebnisse möglich, denen man die Blitztechnik nicht ansieht. Beim entfesselten Blitzen werden die entfernten Blitzgeräte heute meist nicht mehr durch Steuerkabel ausgelöst, die unhandlich sind und Stolperfallen darstellen. Stattdessen werden Tochterblitze eingesetzt, die zum Beispiel durch den am Fotoapparat angeschlossenen Master-Blitz ausgelöst werden. Für eine gezielte Lichtführung mit mehreren Blitzgeräten ist der Einsatz eines Blitzbelichtungsmessers sehr hilfreich, bei Studioblitzgeräten praktisch unverzichtbar.

 

Offenblitz
Offenblitz bezeichnet die – meist mehrfache – manuelle Auslösung eines Blitzgerätes bei fixierter Kamera (Stativ) und offen gehaltenem Kameraverschluss. Diese Technik bietet zweierlei Nutzen: Durch wiederholtes Auslösen kann die Maximalleistung eines Blitzgerätes vervielfacht werden: pro Blendenstufe Helligkeitsgewinn ist die Anzahl der Blitzauslösungen zu verdoppeln. Zweitens können Position, Richtung und Leistung des Blitzes zwischen den Auslösungen verändert werden, um so die Wirkung mehrerer Lichtquellen zu simulieren und eine akzentuierte oder schattenfreie Ausleuchtung zu erzielen. Wegen des Zeitbedarfs eignet sich die Offenblitztechnik nur für statische Motive. Da der Kameraverschluss zwischen den Blitzauslösungen geöffnet bleibt und der Fotograf sich mitunter durch das Aufnahmefeld bewegen muss, ist ein möglichst geringes Umgebungslicht von Vorteil. Das verwendete Blitzgerät muss über eine manuelle Auslösemöglichkeit und möglichst auch über eine von der TTL-Steuerung der Kamera unabhängige Leistungsregelung verfügen. Die Offenblitztechnik bietet sich besonders zur Ausleuchtung weiträumiger, verwinkelter, lichtloser Umgebungen mit minimalen Mitteln an und ist daher eine typische Technik beispielsweise in der Höhlenfotografie. In der Studiofotografie wird die Offenblitztechnik verwendet, wenn zur Erzielung größtmöglicher Schärfentiefe so stark abgeblendet wurde, dass die erforderliche Lichtmenge die Leistung der Blitzanlage übersteigt.

 

Quelle: Wikipedia

 

 

Blitzanlage

Die Blitzanlage ist die professionelle Variante des Blitzgerätes. Sie wird zur gesteuerten Ausleuchtung von Objekten benutzt. Blitzanlagen bestehen meist aus drei Teilen:

  • Blitzgenerator, eine zumeist elektronische Steuereinheit, mit der Foto-Blitzanlagen angesteuert werden. Blitzgeneratoren können eigene Geräte sein, an die die Blitzlampen angeschlossen werden. Es gibt aber auch Geräte mit integrierten Blitzlampen.
  • Blitzkopf oder Lampenkopf und
  • Lichtformer

Hinzu kommt meist noch ein Stativ, auf dem die Blitzköpfe montiert sind, sowie ein Blitzsynchronkabel, ein Funkauslöser, oder eine Fotodiode (Fotozelle) zum synchronisierten Auslösen.
 
Funktion
Im Blitzgenerator wird die für den Blitz nötige Energie aus dem Netzstrom in Kondensatoren in höhere Spannung (ca. 500 Volt) umgewandelt und gespeichert. Durch Steuerelektronik wird sie beim Auslösen in der gewünschten Menge an den Blitzkopf abgegeben. Dort wird der elektrische Strom durch Gasentladung in Licht umgewandelt. Bei den meisten Blitzanlagen steht noch ein Dauerlicht ("Einstell-Licht" oder "Pilotlicht") zur Verfügung, um die Lichtcharakteristik des eingesetzten Lichtformers beurteilen zu können. Die Lichtformer werden am Lampenkopf angebracht, um verschiedene Lichtcharaktere zu erzeugen. Es gibt u.a. Normal-Reflektoren, Weitwinkel-Reflektoren, Parabol-Reflektoren, Fresnellinsen-Scheinwerfer, Lichtwannen mit Stoffdiffusor, oder Plexiglasdiffusor und Lichtleitkabel zur Beleuchtung kleinster Objekte. Bei "Kompaktgeräten" sind Generator und Lampenkopf in einem Gehäuse vereint, bei vielen Lichtformern sind die Blitzröhren fester Bestandteil des Lichtformers.
 
Speicher
Bei modernen Blitzanlagen lassen sich Lichtmenge, Farbtemperatur und Abbrennzeit einzeln regeln. Die in den Kondensatoren gespeicherte elektrische Energie kann über mehrere Wochen gespeichert bleiben. Daher ist das Öffnen von Blitzgeneratoren und Kompaktgeräten nicht ungefährlich. Bei moderneren Studioblitzanlagen werden nach dem Ausschalten die Kondensatoren über Hochleistungswiderstände entladen. Gleiches gilt auch bei einer Reduzierung der Blitzleistung.

 

Quelle: Wikipedia

 

Remote Control Fernbedienung

Steuerungsmöglichkeit der Blitzleistung, Einstelllicht und natürlich Auslösen des Blitzes

 

Wechselakku (Wechselschublade)

Auswechselbarer Akku am Blitzgerät

  

Omega-Blitzröhre

In Form eines Omegas (Ω) gebogene Glasröhre, gefüllt mit dem Edelgas Xenon

 

Ionisieren

Elektrisch leitend machen

 

Blitzfunktion

Ionisierung eines Edelgases mittels Hochspannung um dann im Moment des Funkensprunges die Energie in Form von Licht abzugeben

 

Blitzkurve (Blitzabbrennkurve, Abbrennkurve)

Diagramm (Graph) als Ergebnis aus zeitlicher Abfolge und Leistungsabgabe
T0,5: Zeitspanne in der die Leistung des Blitzes mindestens 50% der Nennleistung beträgt
T0,1: Zeitspanne in der die Leistung des Blitzes mindestens 10% der Nennleistung beträgt (ca. 2,5xT0,5)

 

Farbtemperatur

Angabe in ° (Grad) Kelvin zur Beurteilung der Lichtfarbe (Gelb bis Blau)

 

LED

"Light emitting Diode", also Licht abgebende Diode

 

Diode

Elektronisches Bauteil, welches elektrischen Strom nur in eine Richtung passieren lässt

 

Lichtformer

Zusatzteil um die Charakteristik des Lichtes zu beeinflussen

 

Beauty Dish

Lichtformer, meißt aus Metall, welcher oft bei Portraits und Beautyfotografie zur Anwendung kommt, da er duch seine runde Form auch runde Augenpunkte erzeugt. Spezielle Lichtcharakteristik, da er einerseits hartes aber gleichzeitig auch mittelhartes bis weiches Licht erzeugt

 

Octabox oder Ocatform

Lichtformer mit 8 Ecken, zählt zu den weichen Lichtformern und wird bei sehr vielen Arten der Fotografie eingesetzt (Portrait, Fashion, Beauty bis hin zur Produktfotografie)

 

Softbox

4-eckiger Lichtformer mit unterschiedlicher oder auch gleicher Seitenlänge (rechteckig oder quadratisch), hauptsächliche Einsatzgebiete: Portrait-, Fashion- & Produktfotografie (Flächenleuchte)

 

Striplite

"Sonderform" der Softbox, da sehr langgezogenes Rechteck, welches dadurch sehr weiches Licht entlang der Langseite erzeugt und hartes Licht entlang der Schmalseite (Kantenlicht) erzeugt

 

Schirme

Lichtformer aufgebaut wie Regenschirme - Platzsparend, schnell aufgebaut und einsatzbereit. Farben: Weiß (weicher), Silber (härter), teils auch weiß ohne Reflekrorschicht als Durchlichtschirm (weich)

 

Reflektor

Metallischer Lichtformer mit runder Öffnung, erzeugt hartes Licht, je nach Größe (Öffnungsdurchmesser) sehr hohe reflektorische Eigenschaften womit sich auch hohe Energieausbeute erziehlen lässt

 

Blende = Fotografische Blende

Mechanisches Bauteil im Objektiv, Lamellenförmig aufgebaut, der Irisblende im menschlichen Auge nachempfunden um die Lichtmenge über den nahezu kreisrunden Öffnungsquerschnitt steuern zu können. Beeinflusst auch die Schärfentiefe und hilft bei der "Korrektur" von Linsenfehlern.

 

Blendenwert

Verwendung als Maßeinheit für die Helligkeit in der Fotografie, oft auch abgekürzt als "Blende" genannt

 

Blendenzahl

Verhältnis der Brennweite zur Durchmesser der Öffnung eines Kameraobjektives

 

Augenpunkt

Lichtpunkt in den Augen, wie zB auch von der Sonne

 

Blitzlichtgerät

Blitzlichtgeräte finden in der Fotographie Verwendung, um ein Objekt mittels eines Lichtblitzes im Moment der Aufnahme auszuleuchten. Es gibt verschiedene Arten von Blitzlichtgeräten: Kleine Kompaktkameras verfügen über einen eingebauten Blitz, es gibt Aufsteckblitze für Kameras mit eingebautem Blitzschuh, Stabblitzlichtgeräte, die in der Hand gehalten werden oder die in der professionellen Photographie üblichen Studio Blitzlichtlichtgeräte.

Letztere verfügen über Blitzröhren, die mit dem Edelgas Xenon gefüllt sind. Im Innern der Blitzlichtgeräte befinden sich Kondensatoren, die auf sehr hohe Spannungen aufgeladen werden; beim Auslösen werden diese entladen, welches die Erzeugung eines Blitzes durch Gasentladung zur Folge hat. Die Blitzauslösung muss mit der Verschlusszeit der Kamera synchronisiert werden. Unter Blitzsynchronzeit versteht man die kürzeste Verschlusszeit bei dem der Sensor vollständig freigegeben wird; sie ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal für Blitzlichtgeräte: Je kürzer die Blitzsynchronzeit, desto hochwertiger das Gerät. Andere Qualitätsmerkmale sind die Wiederaufladezeit, d.h. die Zeit, die notwendig ist, um die Kondensatoren wieder aufzuladen, um einen erneuten Blitz auslösen zu können, oder auch die maximale Leistungsabgabe, die sich über die Anzahl und Kapazität der eingebauten Kondensatoren definiert. Übliche Leistungsklassen sind 250Ws, 500Ws oder 1000Ws. Ein wichtiges Merkmal ist auch die Farbtemperatur des abgegebenen Blitzlichtes; sie wird in Kelvin gemessen und ist üblicherweise etwas kälter als natürliches Sonnenlicht.

Studio Blitzlichtgeräte werden auf dem Markt als Kompaktgerät oder Generator mit Blitzkopf angeboten. Bei einem Generator findet sich die Ladetechnik in einem getrennten Gehäuse; über ein Blitzgerätekabel ist dieser mit dem sogenannten Blitzkopf verbunden, der im Wesentlichen nur aus der Blitzröhre und den gewünschten lichtformenden Vorsätzen besteht. Die kompakte Variante (Kompaktblitz) enthält Ladetechnik und Blitzröhre in einem Gerät, an welches auch die lichtformenden Vorsätze angebracht werden. Blitzlichtgeräte sind für die professionelle Photographie, aber auch für den ambitionierten Hobbyfotografen unentbehrlich. Blitzlichtgeräte werden überall dort benötigt, wo der Photograph Objekte exakt ausleuchten, sie ansprechend in Szene setzen, Lichtverläufe klar bestimmen möchte – kurzum, das Bildergebnis nicht ‚dem Zufall‘ überlassen möchte.